Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) ist das bundesweite Kompetenzzentrum der Schweiz für Informationstechnologie. Im BIT sorgen über 500 Mitarbeiter an fünf Standorten für ein reibungsloses Funktionieren der Kommunikationseinrichtungen, Informatikapplikationen und Dienstleistungen für die Bundesverwaltung und einzelne Kantone. Das BIT ist in den vier strategischen Geschäftsfeldern IT-Consulting, IT-Solutions, IT-Infrastructure und IT-Education tätig und erbringt vielfältige Dienstleistungen in den Bereichen Internet, SAP, operative Sicherheit und Telekommunikation. Die Abteilung Competence Center SAP (CCSAP) ist für amtsübergreifende SAP-Business-Lösungen verantwortlich und setzt Webserver Stress Tool seit März 2005 erfolgreich ein.
Das CCSAP betreut mit seinen 100 Mitarbeitern unter anderem die webbasierten Businessapplikationen und deren Infrastruktur. Diese Anwendungen sind größtenteils in das rollenbasierte SAP Enterprise Portal eingebunden. Dieses bietet anonymen und authentifizierten Benutzern im Intranet einen zentralen Zugang zu Informationen und Funktionen aus den Bereichen Personal, Logistik und Finanzen. Bei der Einführung von Portalapplikationen sind insbesondere die Antwortzeiten für den Erfolg mitentscheidend, da die Benutzer von Hostapplikationen schnelle Antwortzeiten gewohnt sind. Daher suchte man beim CCSAP nach einer Testsoftware, die eine große Serverlast innerhalb der vielfältigen IT-Infrastruktur der Bundesverwaltung, mit Applikationen auf Windows, Unix, Linux und Host-Systemen, simulieren und testen kann.
Die Wahl des CCSAP fiel schließlich auf Webserver Stress Tool (WST) von Paessler. „Im Vergleich zu verschiedenen von uns getesteten Konkurrenzprodukten deckt WST die benötigten Funktionen ohne Programmieraufwand einfach, verständlich und mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis ab“, so Manuel Schaffner, verantwortlicher Projektleiter beim CCSAP.
Im täglichen Betrieb zeichnet das CCSAP die URLs (alle Requests inklusive der Mimes) mit einem HTTP-Tracer auf und konvertiert das Log anschliessend in das da2-Format des Webserver Stress Tools. Für die Durchführung wird eine WST-Instanz pro Benutzerszenario verwendet und die Lasttests mit Performancemonitoring (Prozessor, RAM, Disk, Netzwerk) auf dem Testclient und den Zielservern kombiniert. Diese Daten lassen sich dann in Excel einfach zusammenführen und vergleichen. Alle Tests werden erst aus Benutzersicht durchgeführt. Im Anschluss erfolgt dann eine genauere Analyse der Problemkomponenten.
Anfangs wurden die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten, die WST für Simulationen bietet (Zufall, Staffelung, Klickverzögerung), variiert und überprüft, um ein Gespür für die Einflussgrößen und Plausibilität zu erhalten. Daraus entwickelte sich auch ein gutes Verständnis der Zusammenhänge von Benutzeranzahl und -verhältnissen, Benutzerszenarien, Transaktionen und Klickabfolgen, Seitenaufrufen sowie Requests und Hits.
Manuel Schaffner empfiehlt, vor dem Start der Testreihen die Ziele der Lasttests klar zu definieren (z.B. Anforderungen an die Antwortzeiten) und daraus die dazu benötigten Daten (durchschnittliche Anzahl Requests, Datenmenge und benötigte Zeit pro Benutzerklick, Anzahl Requests pro Zeiteinheit auf dem Server, langsame URL) abzuleiten. Im letzten Schritt legt das CCSAP dann fest, mit welcher Testart (Kapazität/Performance, Zuverlässigkeit/Last, Regression, Stress/Peak/Ramp..) diese Daten erhoben werden. „Dabei ist es wichtig, die Architektur (vom Client bis zur Datenbank) und die Konfiguration der involvierten Komponenten (HW & SW) festzuhalten und Hintergrundlasten (sonstiger Datenverkehr im Netzwerk) und Ausgangszustände (z.B. Cache) zu beachten“, sagt Schaffner.
Mit dem Einsatz von Webserver Stress Tool wuchs beim Team des CCSAP das Bewusstsein, insbesondere bei Webanwendungen nicht nur Funktions- oder Usability-Tests durchzuführen. Denn auch die Antwortzeiten sind ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz von zentralen Applikationen durch die Benutzer.
„Mit Hilfe von Webserver Stress Tool konnten wir einerseits die Architektur der Infrastruktur und die Konfiguration der Applikationen hinsichtlich der Performanz optimieren und uns ein Bild über das Leistungsverhalten der Anwendungen machen. Andererseits ermöglicht Webserver Stress Tool, sich auf die wesentlichen Aspekte der Lasttests, wie z.B. eine strukturierte Testplanung oder aussagekräftige Auswertung, zu konzentrieren.“
Gefragt nach den wichtigsten Eigenschaften und Funktionen von Webserver Stress Tool antwortet Manuel Schaffner: „Die intuitive Handhabung sowie die vielfältigen aussagekräftigen Grafiken inklusive Datenexport schätzen wir sehr. Auch lässt sich der Testclient innerhalb des Netzwerks flexibel positionieren, um Flaschenhälse aufzuspüren.“