Nicht nur Naturkatastrophen und andere Unglücke, sondern auch Staatsbesuche und Musikfestivals: Das Einsatzspektrum des Technischen Hilfswerks (THW) ist breit gefächert. Aus dem Hintergrund unterstützen die zu 99 % ehrenamtlich engagierten Helfer eine IT-Infrastruktur, die die Koordinierung und Abwicklung der Einsätze übernimmt. Das THW Emmendingen verlässt sich hierbei auf PRTG Network Monitor als zusätzliche Schutzmaßnahme. Denn die Software hat die Infrastruktur rund um die Uhr im Auge und schlägt Alarm, sobald WLAN-Strecken, IP-Telefonie oder Endgeräte von Problemen betroffen sind. Das Besondere: Die Infrastruktur ist mobil und wird für jeden Einsatz neu und individuell aufgebaut.

Über das Technische Hilfswerk (THW)

Das THW ist durch seine besondere Struktur weltweit einmalig. Organisatorisch gesehen zählt es als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern - allerdings ist nur ein Prozent der Mitarbeiter hauptamtlich für die Behörde tätig. Die restlichen 99 % stellen Ehrenamtliche. Die ersten Schritte hin zum THW unternahmen am 22. August 1950 der damalige Bundesinnenminister Gustav Heinemann und der von ihm beauftragte Ingenieur Otto Lummitzsch mit der Aufstellung eines zivilen Ordnungsdienstes. Heute ist das THW nicht nur in Deutschland, sondern weltweit tätig. Die technisch-humanitäre Hilfe umfasst sowohl Präventionsmaßnahmen als auch wiederherstellende und beratende Aufgaben. Gegliedert ist das THW in 668 Ortsverbände, 66 Geschäftsstellen, acht Landesverbände, eine Bundesschule mit zwei Standorten und eine THW-Leitung.

Der Ortsverband (OV) Emmendingen ist der größte THW-Standort in Südbaden und wurde seit der Gründung 1965 um einige Fachgruppen aufgestockt. Seit 1998 ist auch die Fachgruppe Führung/Kommunikation eingerichtet. Sie verantwortet u.a. die Verständigung bei Einsätzen über Fernmelde-, Telekommunikations- und Funkanlagen. Das ist z.B. schon neunmal beim Southside Musikfestival in Neuhausen ob Eck der Fall gewesen, aber auch beim Papstbesuch in Freiburg im September 2011.

Pap(p)a ante portas – und viel Aufwand

Für den hohen Besuch hat das THW damals gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst und der Freiburger Berufsfeuerwehr nahe dem City-Flugplatz Freiburg eine Führungsstelle für das Rettungswesen eingerichtet und von dort aus über 1.000 Helfer koordiniert. Dazu baute der OV Emmendingen vor Ort ein sehr großes Netzwerk mit mehr als 100 Clients und verschiedenen Übertragungsstrecken auf. Um eine reibungslose Kommunikation sicherzustellen, musste das Netzwerk permanent überwacht werden. Aus Kostengründen installierten die Verantwortlichen die Open Source Monitoring-Software Nagios.Sie sollte die wichtigsten Komponenten überwachen und bei Problemen alarmieren, aber: „Wir hatten im Vorfeld aufwändige Installationsarbeiten zu bewältigen, die viel Zeit gekostet haben", so Eric Mühle, stellv. Vorsitzender des Fördervereins THW OV Emmendingen und Fernmeldeführer der Fachgruppe Führung/Kommunikation. „Auch die Konfiguration war für unsere Ansprüche zu kompliziert. Da unsere Netzwerke ad hoc und spezifisch für jeden Einsatz errichtet werden, bedeutet dies viel zu viel Aufwand. Aus diesem Grund suchten wir nach Alternativen und entdeckten PRTG Network Monitor von der Paessler AG."

"Dadurch, dass unser Netzwerk bei jedem Einsatz anders aussieht, müssen wir auch vom Netzwerk-Monitoring volle Flexibilität verlangen können. Das bietet uns PRTG. Zudem schätzen wir in diesem Zusammenhang die Maps-Funktion, mit der wir jedes Gelände in kurzer Zeit visualisieren und damit transparent machen können. So sind auch bislang weniger versierte Helfer in der Lage, sich schnell zurechtzufinden und von PRTG identifizierte Störungen umgehend zu beheben."

Eric Mühle, stellv. Vorsitzender des Fördervereins THW OV Emmendingen

PRTG und „KISS“ auf dem Southside Festival 

Die Unified Monitoring-Lösung kam als Testversion beim Southside Festival 2014 erfolgreich zum ersten Einsatz. Bei dieser Veranstaltung unterstützte der OV Emmendingen zum wiederholten Mal die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) mit der Technik aus der Fachgruppe Führung/Kommunikation. Neben der gesamten Strom- und Führungsausstattung nahmen die THWler vor Ort auch eine Telefonanlage, IP-Telefone, IP-DECT-Basisstationen, DECT-Telefone, GSM, Netzwerkswitche, VLANs und Kameras in Betrieb. Ein Core Switch und sechs weitere Switche waren Knotenpunkte in der Installation 2014; von dort aus führten mehrere Port-Anschlüsse zu tragbaren IP-Telefonen, Druckern, Laptops, PCs, Servern etc. Die Endgeräte gehörten teilweise dem THW, aber auch Laptops der JUH wurden ins Netzwerk integriert.

Über die gesamte Installation wachte PRTG als Schutz- und Alarmsystem. Besonderen Wert legten Mühle und seine Kameraden allerdings auf das Monitoring der Kernstrukturen. Ihre Erreichbarkeit sollte unbedingt sichergestellt sein. In diese Kategorie fielen die Telefonanlage, Netzwerkswitche, IP-Telefone, Workstations wie Laptops und Mobilgeräte sowie die WLAN-Richtfunkstrecken. Das einwandfreie Arbeiten dieser Elemente steht bei jeder Netzwerkinstallation im Vordergrund. Das Monitoring der Komponenten geschieht bei PRTG über sogenannte Sensoren­ - Messpunkte, die die gewünschten Daten sammeln und zur Auswertung an den PRTG Core Server weiterleiten.

„Wir arbeiten eher nach dem Prinzip KISS, ‚Keep it simple and stupid'", berichtet Mühle. „Für uns reichen etwa 80 Sensoren aus, die meisten arbeiten als Ping-Sensor und informieren uns über die Verbindungsqualität und Latenz zu Remote Hosts." Sollte es zu Störungen oder Anomalien kommen, alarmiert PRTG umgehend, sodass direktes Eingreifen ermöglicht wird, bevor es zu Ausfällen kommt. 

Wegweiser durch die Infrastruktur

Für einen besseren Überblick über die Installation beim Southside Festival nutzten die THWler erstmalig die Maps-Funktion in PRTG und erstellten im Rahmen der Software einen Lageplan des Geländes inklusive aller Gebäude, Zelte und TK-Anlagen. Ein Screenshot zeigt diese Map, auf der rechten Seite informiert PRTG über die einzelnen Sensoren und deren Status:

Maps-Funktion von PRTG Die Maps-Funktion informiert den THW übersichtlich über die einzelnen Sensoren

Spende für gute Zwecke

Während des Festivals hatte der OV Emmendingen reichlich Gelegenheit, PRTG gründlich unter die Lupe zu nehmen. „Am Ende stand für uns fest: Die Lösung passt zu uns", so Mühle weiter. „Im Namen des Fördervereins des THW OV Emmendingen wandte ich mich daher schriftlich an die Paessler AG und fragte, ob es möglich sei, PRTG als Spende für unsere Zwecke zu erhalten. Und die Antwort kam prompt: Binnen 24 Stunden sicherte mir Dirk Paessler, seines Zeichens Gründer und Vorstand des Unternehmens, Hilfe zu. Wir haben umgehend eine Lizenz der Monitoring-Software erhalten. Eine tolle Geste!"

Das positive Resümee fällt der THW OV Emmendingen insbesondere auf Grund der flexiblen und einfachen Konfiguration. Dazu Mühle: „Dadurch, dass unser Netzwerk bei jedem Einsatz anders aussieht, müssen wir auch vom Netzwerk-Monitoring volle Flexibilität verlangen können. Das bietet uns PRTG. Zudem schätzen wir in diesem Zusammenhang die Maps-Funktion, mit der wir jedes Gelände in kurzer Zeit visualisieren und damit transparent machen können. So sind auch bislang weniger versierte Helfer in der Lage, sich schnell zurechtzufinden und von PRTG identifizierte Störungen umgehend zu beheben."

Fazit

Auch 2015 reist PRTG als „ehrenamtlicher digitaler Helfer" wieder mit zum Southside Festival. Weitere Einsätze sind geplant. Für das THW lohnt sich der Einsatz der Network-Monitoring-Software, weil sie sich flexibel an immer neue Gegebenheiten anpassen und dabei schnell und einfach bedienen lässt. Dank Netzwerk-Monitoring kann der THW OV Emmendingen seine Helferqualitäten noch besser sicherstellen und verhindern, dass es z.B. zu Kommunikationsstörungen kommt, wodurch Sanitätseinsätze behindert würden - so trägt eine funktionierende IT ihren Teil zu Katastrophenschutz, technischer und humanitärer Hilfe bei.