Wie „online" sind die Webseiten deutscher Großstädte?

Fürth/Internet, 16. November 2005 – Im Jahre 2010 soll nach dem Willen der geschäftsführenden Bundesregierung „eine vollständig integrierte eGovernment Landschaft in Deutschland" geschaffen sein. Wie nahe Deutschlands Großstädte diesem Ziel bereits sind, wurde mittels der Service-Qualität der Webseiten geprüft. Im Sommer 2005 wurden die Webseiten von 91 Großstädten mit dem Bello Überwachungsservice der Firma Paessler AG, Fürth, 90 Tage lang auf Verfügbarkeit und Geschwindigkeit getestet. Dabei wurde ein sehr unterschiedlicher Stand des städtischen eGovernment festgestellt.

Bei der Beurteilung der Service-Qualität einer Website werden in der Regel zwei Parameter betrachtet: Die „Verfügbarkeit“ errechnet sich aus der Ausfallzeit im Vergleich zur Gesamtzeit, während bei der Messung der  „Geschwindigkeit“ die Zeit betrachtet wird, die für die Übertragung der Homepage benötigt wird. Bei der Verfügbarkeit gelten für eine kommerzielle Webseite Werte unter 99,5 Prozent eigentlich als inakzeptabel, würde dies in einem Jahr doch eine Ausfallszeit von fast zwei Tagen bedeuten.

Und es gibt Erfreuliches zu berichten: 30 Städtewebsites (32 Prozent) erreichten spielend die Marke von 99,9 Prozent Verfügbarkeit oder besser (das heißt weniger als zwei Stunden und zehn Minuten Ausfallzeit in 90 Tagen) und können mit kommerziellen Websites mithalten. Die Spitzenreiter Neuss, Hamburg und Lübeck hatten im Messzeitraum weniger als zehn Minuten Ausfall, Hamburg sogar nur zwei Minuten – das sind exzellente Ergebnisse. Die Website von Neuss beantwortete zudem alle 8.659 Anfragen im August fehlerlos. Bei den Antwortzeiten für die Homepage ohne Bilder lieferten 22 Städte (24 Prozent) mit unter 500 Millisekunden sehr gute Werte (Kassel als Spitzenreiter mit durchschnittlich 387 Millisekunden), immerhin 47 Websites (52 Prozent) blieben unter einer Sekunde. Neben einem breiten Mittelfeld gab es hier fünf Ausreißer mit Werten über zwei Sekunden.

Unsere Messungen zeigten allerdings auch, dass 28 Städte (31 Prozent) Ausfallszeiten von mehr als 0,5 Prozent (elf Stunden im Messzeitraum) zu verzeichnen hatten. Der schlechteste Messwert im Testzeitraum belief sich auf  mehr als vier Tage Ausfallzeit (vier Tage, sieben Stunden) innerhalb 90 Tage.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Betrieb der Websites von etwa einem Drittel der deutschen Großstädte kommerziellen Ansprüchen genügen würde. Neben einem Mittelfeld-Drittel muss das letzte Drittel noch erheblich nachbessern und die Verfügbarkeit durch Netzwerkmanagement und Überwachungssysteme optimieren.

Zum Messverfahren:

Um innerhalb Deutschlands keiner Stadt einen Vorteil zu geben, wurden die Messungen von Dallas (Texas/USA) aus mit dem kommerziellen Überwachungsdienst „Bello" (www.bello-monitors-the.net) der Firma Paessler vorgenommen. Alle fünf Minuten fragte der Dienst die Homepages der Städte (www.stadt.de) ab, insgesamt wurden jeweils circa 25.300 HTTP-Anfragen an jeden einzelnen Webserver gesendet. Der Messzeitraum erstreckte sich vom 10. Juni bis zum 8. September 2005. Als Ausfälle wurden nur tatsächlich fehlgeschlagene Anfragen bewertet. Wenn also während Systemarbeiten eine Ersatzwebseite („An unserer Website wird gearbeitet. Bitte besuchen Sie uns später noch einmal.“) erscheint, wurde dies nicht als Fehler gewertet.

Paessler (www.paessler.com) ist sowohl Hersteller von Überwachungssoftware für Netzwerke als auch Betreiber des ASP Service Bello, mit dem Kunden ihre eigenen Server überwachen lassen können. Stellt das Überwachungssystem einen Ausfall fest, wird der zuständige Administrator per Email, SMS usw. benachrichtigt und kann Maßnahmen zur Fehlerbehebung einleiten.

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